Muss die private Handynummer mitgeteilt werden?

Gordon Neumann

Das Thüringer Landesarbeitsgericht hatte sich kürzlich mit der Frage zu beschäftigen, ob Arbeitnehmer ihre privaten Handynummern an den Arbeitgeber herausgeben müssen, damit sie außerhalb des Bereitschaftsdienstes im Notfall für den Arbeitgeber erreichbar sind.

Das Gericht hat diese Frage im Ergebnis verneint. Es sieht hier einen erheblichen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Ein solcher Eingriff wäre nur gerechtfertigt, wenn ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers bestünde. Ein solches hat das Gericht aber nicht erkannt.

Vielmehr erkannte das Gericht darauf, dass der Arbeitnehmer aufgrund der ständigen Erreichbarkeit nicht zur Ruhe kommen würde.

Begründet wurde dieses Ergebnis mit dem Thüringer Landesdatenschutzgesetz. Bereits dieses verbiete, dass der Arbeitnehmer seine Handynummer herausgibt.

LAG Thüringen, Urteil vom 16.05.2018 - 6 Sa 442/17; 6 Sa 444/17